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Ist mein Vereinsfest

umsatzsteuerbefreit?


 

• Die Kleinunternehmer-Regelung gilt auch für Vereine


Für die meisten kleinen und selbst noch mittleren Vereine gilt die so genannte Kleinunternehmer-Regelung. Das bedeutet, dass dann die Umsatzsteuer vom Finanzamt nicht erhoben wird.

 

 

• Wann ist Euer Verein Kleinunternehmer und damit von der Umsatzsteuer befreit?

 

Euer Verein gilt als „Kleinunternehmer“ gemäß § 19 des Umsatzsteuergesetzes, und ist damit von der Umsatzsteuer befreit, wenn seine Umsätze, also Einnahmen

 

im vorangegangenen Kalenderjahr
WENIGER als 17.500 Euro betragen haben
 
UND

im laufenden Kalenderjahr
voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen werden.

 

 

• Wichtig:
Ist nur eine der beiden Grenze überschritten, fällt Umsatzsteuer an.

 

Tipp:
Der Fiskus hält zur Schulung seiner Mitarbeiter folgendes Beispiel bereit, das sich Finanzreferent Klaus Wachter vom Finanzamt Ravensburg ausgedacht hat.

 

Beispiel:
Der Musikverein MV erzielt in den Jahren 2011 – 2013 folgende Einnahmen:

 

  Mitgliedsbeiträge / Spenden Vereinsfeste
2011 5.000 € 15.000 €
2012 5.000 € 20.000 €
2013 5.000 € 16.000 €

 

Ist der Verein in den Jahren 2012 bzw. 2013 umsatzsteuerpflichtig?

 

2012
Der Umsatzsteuerpflicht unterliegen lediglich die Einnahmen aus Vereinsfesten, nicht die Mitgliedsbeiträge und Spenden. Da der Musikverein im Vorjahr (2011) mit seinen steuerpflichtigen Einnahmen von 15.000 € die Grenze von 17.500 € nicht überschritten hat, wird der Musikverein in 2012 nicht umsatzsteuerpflichtig.

 

2013
Der Musikverein MV hat im Vorjahr (2012) mit seinen steuerpflichtigen Einnahmen von 20.000 € die Grenze von 17.500 € überschritten, so dass der Musikverein MV in 2013 umsatzsteuerpflichtig wird. Keine Rolle spielt, dass der Verein in 2013 die Kleinunternehmergrenze von 17.500 € nicht überschreitet.



Unternehmerische Tätigkeiten

Umsatzsteuer fällt beim gemeinnützigen Verein nur für unternehmerische Tätigkeiten an. Es ergibt sich folgendes Bild.

Euer Verein ist in den 4 nachfolgenden (steuerlichen) Bereichen tätig:

 

Bereich Beispiel Umsatzsteuer?
1) Ideeller Bereich Mitgliedsbeiträge,
Spenden, Zuschüsse
nein
2) Zweckbetrieb

Sportliche
Veranstaltungen bis
45.000 Euro, Lotterien      
für gemeinnützige
Zwecke, Museen,
Theater, Konzerte

7%
3) Vermögensverwaltung       Bankgeschäfte,
Vermietung von
Grundbesitz,
Verpachtung,
Werberechte
Ggfs. 7 % wenn
nicht von
vornherein
umsatzsteuerfrei
(z.B. Vermietung)
4) Wirtschaftlicher
Geschäftsbetrieb
Verkauf von Kaffee
und Kuchen beim
Vereinsheim usw.
Regelsteuersatz
(7 % oder 19 %)

 

 

Fazit:

Prüft jährlich neu, ob euer Verein in die Umsatzsteuerpflicht rutscht – denn dann müsst ihr nicht nur Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben, sondern in den Rechnungen, die euer Verein ausstellt, auch Umsatzsteuer (zusätzlich) ausweisen. Im Gegenzug dafür könnt ihr dann aber auch aus allen Eingangsrechnungen die Mehrwertsteuer abziehen und geltend machen.

Übrigens:

Auch Vereine, die steuerlich als „Kleinunternehmer“ gelten, können zur Umsatzsteuer „optieren“, dem Finanzamt also mitteilen: „Wir möchten doch umsatzsteuerpflichtig sein“. Das lohnt sich in der Regel dann, wenn der Verein größere Vorhaben plant (z.B. Bau eines Vereinsheims) oder wenn euer Verein hohe Einnahmen aus der Verpachtung von Werberechten erzielt.

• Auch wichtig:

Ihr könnt diese Option bis zur endgültigen Umsatzsteuerfestsetzung eines Jahres abgeben. Ihr seid an diese Option dann aber für mindestens fünf Jahre gebunden.

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